Helga Futter – Seines Glückes Schmied

Brigitte Homolka – Drei Wünsche, die mein Leben verändern

2017:

Eigentlich bin ich viel zu erschöpft, um aufzustehen. Mein ganzer Körper wehrt sich dagegen, mein Bett zu verlassen. Nur meine volle Blase und mein leerer Bauch betteln darum, endlich auf die Beine zu kommen. Erst kurz nach Mittag respektiere ich ihren Wunsch und bringe mich in eine senkrechte Position. Mir wird schwindlig, aber aus Erfahrung weiß ich, dass sich mein Kreislauf wieder stabilisieren wird, sobald ich ein paar  Schritte gegangen bin.

Langsam torkle ich den langen, dunklen Gang entlang zur Toilette …

Andreas Kleinhansl – Trinker

Teil I:
Der Trinker

Er trinkt. Er trinkt und er stinkt. Er trinkt dauernd, trinkt am Tag, trinkt in der Nacht … Wenn er getrunken hat, weiß er nicht, was er tut. Er redet irgendwelches Zeug, trinkt, redet. Er trinkt jeden Tag zig Bier. Trinken kann man nicht mehr sagen: Saufen. Er säuft. Dann geht er auf die Leute los, beschimpft sie, stänkert herum, stinkt, wie ein Strotter, besoffen, krank, ein armes Schwein, aber er trinkt …

Ulli Klepalski – Brief an den Weihnachtsmann

Prolog: Muss ich, muss ich nicht?, man muss nicht müssen, nicht scheißen, nicht küssen, nur sterben muss ich, ja was sag ich denn immer, ach was. Abra kadabra, das Bauchweh soll weg!

Tag 1:
hendlhaxn goldbraun praxiten gewöhnungsbedürftiges praxiten lexotanil muss man schon aufpassen gewöhnungsbedürftig verklebung und ich trage es in die welt hinaus: positiv denken du machst was DU willst …

Rudolf Lehner – The Miracle of Life

Ich habe lange überlegt, ob ich über mein Leben erzählen will, über ein Leben, das sich als Wellental aus Höhen und Tiefen gestaltet hat. Jetzt will ich das, weil mir heute bewußt ist, dass auch jener Teil im tiefsten Tal, der mich sogar obdachlos werden ließ, untrennbar ein Teil von mir ist, der zu meinem Leben gehört. Diese Entscheidung, bzw., beinahe das Bedürfnis, über meine Alkoholkrankheit und, vor Allem über die damit verbundenen Folgen zu schreiben, war ein langer Prozess. …

V.P. – Auszüge aus dem Tagesablauf einer Alkoholkranken

(humoristisch beleuchtet von V. P.)

Als ich mich zum qualifizierten Alkoholentzug ins Krankenhaus begab und dort  zwei Wochen Zeit hatte, mich mit meinem alkoholdurchzogenen Leben auseinanderzusetzen, nahm ich ab und an einen Bleistift in mein zittriges Händchen, um niederzuschreiben, was mir so durch den Kopf ging.

Die Gehirnzellen, die ich mir noch nicht professionell weggesoffen hatte, gaben doch noch einiges preis und so versuchte ich zu rekonstruieren, wie das so war mit mir und dem Alkohol …

Schreibstätte De LaTour – Schwimmen in die Ewigkeit

Ihr letzter Urlaub mit ihrer Tochter und ihrem Enkel am Meer war schön. Muscheln zu sammeln und im Meer zu schwimmen. Sie überlegte, ob sie dieses Jahr einen Winterurlaub machen würde. 

Die Macht der Naturgewalten darf man nicht unterschätzen. Nach fünf Jahren harter Arbeit, dachte er sich, er hätte sich einen Urlaub verdient. Gemeinsam mit Freunden am Strand eine Grillparty veranstalten …